Llevant

Landschaftsgebiet auf der Balearen Insel Mallorca

Escritor: Pedro Servera, © 2001 - 2004

Inhaltsverzeichnis:

1 Beschreibung
2 Statistik
3 Geschichte
4 Naturschutz
5 Klima
6 Verkehr
7 Strände und Badebuchten
8 Sport
9 Agrarwirtschaft
10 Industrie und Handwerk
11 Gastronomie
12 Tourismus
13 Sehenswertes
14 Literatur
15 Weblinks


 

Karte Llevant

Lage
Der Llevant (deutsch: Osten) ist eine Landschaftszone auf der Ostseite der Balearen-Insel Mallorca. Sie beinhaltet die Gemeindengebiete von Artà, Capdepera, Manacor, Son Servera und Sant Llorenç des Cardassar (San Lorenzo).

Beschreibung
Hügel und Berge, Steilküsten und Sandstrände, verträumte Buchten und fruchtbare Felder machen aus dem Landschaftsgebiet eine Art Mallorca-Konzentrat. Nirgendwo auf der Insel sind alle Elemente auf so engen Raum vereint. Das trifft nicht nur auf den geographischen Sinn zu, sondern in vielem mehr.

Wind, Wetter und Regen haben sanfte Hügel aus Kalkfelsen geformt, bewachsen von Mastix- und Ginstersträuchen, Heidekraut, wilden oder verwilderten Olivenbäumen, Pinien und Aleppokiefern, und umgeben vom Duft der Lavendelsträucher, Rosmarin und Zistrosen. Wie ein roter Faden zieht sich die garriga durch den Osten. Hochoben vom Cap Ferrutx blickt man über die Sierra de Artàna, mit der höchsten Erhebung (509 Meter) von Son Salvador, bis hinunter zu den 1.300 Meter tiefen Drachenhöhlen Coves del Drac.

Richtung Nordosten wartet der Llevant mit zahlreichen Buchten auf, aufgereiht wie die Perlen der Majòricas, darunter die bekannten Strände von Cala Millor, Sa Coma und S'Illot, die längst vom Geheimtipp zum Massenziel geworden sind.

Im Westen des Llevant liegen die weiten Felder der Landwirtschaft im Gebiet von Sant Llorenç und Manacor. Arbeiten, den Pflug ziehen, Säcke voll Getreide schleppen, aus einer sinia (einem maurischen Schöpfbrunnen) in endlosen Kreisen um die Achse Wasser pumpen, das alles verrichteten die zahllosen Esel und Maultiere. Nach und nach wurden sie durch moderne Traktoren und Maschinen ersetzt. Die Pferde auf Mallorca hatten mit all der Arbeit nichts zu tun, allenfalls einen Wagen ziehen, was nicht so sehr zu Transportzwecken diente, denn die mallorquinischen Pferde sind echte Renner.

Zweimal im Jahr finden sich im Llevant alle Traberfans, Wettbürobesitzer und Züchter auf der Trabrennbahn von Manacor, wenn es um den Gran Premio para Potros de Tres Años (Trabrennen der Dreijährigen) geht. Nicht die Edelleute begannen mit der Pferdezucht, sondern im frühen 20. Jahrhundert die Bauern aus dem Llevant.

Statistik

Gemeinde:
Einwohner:
Fläche:  Entfernung Palma:
Artà
6.524
140 km2
71 km
Capdepera
9.297
55 km2
78 km
Manacor
35.192
26 km2
50 km
Sant Llorenc
7.280
82 km2
61 km
Son Servera
10.519
43 km2
68 km



Geschichte

Historisch sind im Llevant alle wichtigen Epochen und Ereignisse zu finden. Gleich hinter dem Bahnhof von Artà sind es nur wenige Schritte in die Frühgeschichte der Insel und ihrer Bewohner. In der Talayot-Siedlung Ses Païsses haben rund 2000 v. Chr. die Ureinwohner der Insel aus riesigen Steinplatten Wohnhäuser, Verteidigungstürme und Schutzmauern gebaut. Jene seltsamen Türme heißen talàia; das arabische Wort ergab den Namen talayot, oft auch talaiots geschrieben.

Neben dem wichtigsten Fundort, dem Ses Païsses in Artá, gibt es weiter im Süden des Llevants noch eine weitere bekannte Siedlung "Capocorb Vell" aus gleichem Zeitraum. Die überwiegenden anderen Bauten der "Meister des Steins" sind im Laufe der Zeit von Invasoren und Herrschern der Insel als Steinbrüche benutzt worden.

Die Kathedrale von Palma wurde mit Megalithen, große Steinen aus der Vorzeit, gebaut. Über die Bewohner der Talayots und ihre Lebensart herrscht bis heute Unklarheit. Obwohl die Ureinwohner nicht schreiben konnten, ist doch ein Name untrennbarer aus ihrer Kultur mit Mallorca verbunden: Die Kunstfertigkeit der Els Foners Balears, mit Wurfsteinen und einer passenden Schleuder umzugehen, gab der ganzen Inselgruppe ihren Namen: Balearen, vom Griechischen ballein, auf deutsch: werfen. Im Llevant findet das geübte Auge noch allerlei Spuren der Herrschaft der Mauren. Die üppigen Gärten, Obst- und Gemüseanpflanzungen vor den Toren der Städte wurden nämlich allesamt von den Mauren angelegt


Naturschutz

Llevant hat den jüngsten Naturschutzpark der Insel Mallorca. Er wurde im November 2001 zum Schutzgebiet PARC NATURAL DE LA PENÍNSULA DE LLEVANT erklärt und umfasst insgesamt 21.507 Hektar davon sind 16.232 ha Landfläche und 5.275 ha Meeresfläche. Er befindet sich im Nordosten des Gebietes. Man findet hier unberührte Buchten und Berge mit zahlreichen Zwergpalmen. Unter den Vögeln gibt es die Korallenmöwen, die Wanderfalken und die Zwergadler. Die meisten Landschildkröten Mallorcas befinden sich in diesem Naturpark

Klima

Das mediterrane Klima der Region Llevant sind kurze, warme und feuchte Winter sowie lange, trockene und zum Teil sehr heiße Sommer. Die sommerlichen Meerwinde beeinflussen insbesondere das Mikroklima der Gebiete in Meeresnähe, die wesentlich milder sind. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge, die zu 90 % von Herbst bis weit ins Frühjahr fällt, beläuft sich auf 450-500 mm/m² pro Jahr.

Frühjahr
Im Frühjahr blüht die Landschaft. Schon im Januar beginnt die Mandelblüte in den Tälern. Wenn es im März Frühling wird, stehen auch die anderen Obstbäume in Blüte: soweit das Auge blicken kann, eine einzige blühende Landschaft - ein unvergesslicher Anblick. Das Wetter wird allerdings erst im Mai so richtig sommerlich sonnig.
Sommer
Im Sommer ist es sehr heiß und trocken, die Vegetation geht zurück, die Zwergpalmen mögen es. Während dieser Zeit kann man praktisch nur Strandurlaub machen. Das Wasser ist spätestens ab Juni und mindestens bis September angenehm warm. Die Sonne scheint so gut wie jeden Tag. Regen kommt in den Sommermonaten äußerst selten vor. Im Juli und vor allem im August ist im Gebiet von Son Servera Hochsaison.
Herbst
Der Herbst ist nach den heißen Sommermonaten im September zunächst schwül und gewittrig. Erst ab Oktober ist das Herbstklima angenehm: Es ist schon etwas kühler, die Sonne scheint aber noch recht häufig und wird gelegentlich von kurzen Regenschauern unterbrochen. Dafür wird die über den Sommer verdorrte Natur wieder wunderbar grün. In der Sonne ist es vor allem über Mittag angenehm warm, im Schatten sowie morgens und abends ist es recht frisch.
Winter
Der Winter ist recht mild, da das Gebirge wie ein Schutzschild vor den kühlen Winden aus dem Norden abschirmt. Die Temperaturen liegen meist um 10 Grad Celsius. Zum Wandern oder Radfahren ist also auch der Winter warm genug, im Januar setzt dann bereits die Mandelblüte ein.

Niederschlag
Im Llevant werden das ganze Jahr über Niederschläge registriert. Der trockenste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 8,8 l/m². Im Oktober verzeichnet man die höchste Niederschlagsmenge mit durchschnittlich 101,3 l/m². 1945 wurde der höchste Wert mit 224,3 l/m² gemessen.

Wind
Die Winde, die sich auf der Balearen-Insel Mallorca treffen, nannten schon die Ureinwohner seit Jahrhunderten: Tramuntana, Ponenet, Migjorn und Llevant, die vier großen Brüder, und ihre Cousins Gregal, Mestral, Llebetx und Xaloc. Die Winde sind vielfach Namensgeber der Landschaften und Gebirge, wie beispielsweise Tramuntana, Sierra Tramuntana, Llevant, Sierra de Llevant usw.

Auf einer Insel wie Mallorca, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vorwiegend vom Fischfang und der Landwirtschaft lebte, war es lebenswichtig, die Winde wie ein Familienmitglied zu kennen. Welcher Wind bringt Regen, dörrt die zarten Triebe aus, türmt das Meer zu lebensgefährlichen Wellen auf? Welcher streichelt kühl das Gesicht, bügelt die Wäsche, trocknet das geschnittene Getreide zum Dreschen, bringt die Fischer wieder sicher in den Hafen? Freund oder Feind, Erfrischung oder Naturkatastrophe?

Der kalte Tramuntana aus dem Westen und Norden muss sich erst an dem nach ihm benannten Gebirge messen und gewaltige Wellen an die Steilküsten türmen, bevor er sich auf den Raiquer und den Pla stürzen kann. Dann senkt er die Temperaturen im Landesinneren merklich ab.

Die Kollegen Ponenet und Llevant erreichen Orkanstärke, vor allem dann, wenn sie nicht schnurgerade aus Ost oder West kommen, sondern in einer leichten Norkurve auf die Insel einfliegen, denn dann treffen sie auf kein Hindernis weit und breit.

Der Westwind Ponent kühlt und mildert Sommertage als Brise, im Winter dagegen bringt er oft Regenwolken im Schlepptau mit sich.

Der Ostwind Llevant im lauen Gewand ist im Sommer warm und kann im Winter Orkanstärke erreichen.
Der Migjorn aus Süden hingegen gibt unentschieden Frühlings- und Herbsttagen Glanz und Wärme des Sommers und verwandelt Sommertage in eine Freiluftsauna. Im Frühling und Herbst lässt er schlaffe Tage golden glänzen, im Sommer senkt er heiße Dunstglocken über die Insel.

Es bleiben noch die vier Coussins:

Der Nord-Nord-Ost-Wind Gregal ist zuverlässig nass, weshalb ihn die Bauern mögen, aber die Urlauber verfluchen.

Der Süd-Süd-Ost-Wind Xaloc ist der Saunawind. Er schiebt feuchte Sommerhitze und kübelweise Winterregen vor sich her. Im Sommerregen lädt er den typischen roten Sand, den er aus Marokko mitbringt, über der Insel ab. Alles, was einmal in blankem Weiß erstrahlte, ist dann mehr oder weniger rot eingefärbt.

Der Süd-Süd-West-Wind Llebetx pustet die Feuchtigkeit und Wärme der Azoren über Mallorca hinweg.

Der Nord-Nord-West-Wind Mestral lässt selbst den ehrgeizigsten Wolken keine Chance mehr.

Diese alten überlieferten Regeln haben bis heute nichts an ihrer Gültikeit verloren. Genauso kann man den Zusammenhang von Wind und Meer nicht trennen, sie gehören zusammen wie der Fisch und das Wasser.



Verkehr

Die Aufsicht über den Verkehr auf den Balearen untersteht dem Govern de les Illes Balears (Ministerium für Verkehrs- und Bauwesen).

TIB ist die untergeordnete Zentralgesellschaft.

Zuständigkeit: Koordination des Bahn-, Autobus-, Schiff- und Flugverkehr


Straßen und Wege
Alle Wege führen nach Palma de Mallorca. So wollten es schon die Römer, als sie anfingen Mallorca mit einem Straßennetz zu überziehen.
Das Straßenbild der Insel gleicht der gespreitzten linken Hand, wobei der Daumen nach unten zeigt: Die Hauptverkehrsadern entsprechen den fünf Fingern:

Dem Daumen folgend, die südliche Verbindung (C-174) Palma - Santanyí, die weite Teile der Südküste erschließt.

Der Zeigefinger weist von Plama über Manacor (C-175) an die Ostküste in das Landschaftgebiet Llevant. Von Manacor aus zweigen weitere Hauptstraßen ab:
Manacor - Portocristo (PM-402) südöstlicher Teil Llevant oder von Manacor in Richtung Sant Llorenç und dann:
Sant Llorenç - Artà - Capdepera (C-175) nordöstlicher Teil Llevant Sant Llorenç - Son Servera - Cala Millor (PM-403) Ostteil mit den größten Badestränden und Hotelanlagen des Llevant.

Der Mittelfinger, die Straße Palma - Inca - Alcúdia, verbindet das Landwirtschaftsgebiet von Sa Pobla und die Nordostregion mit der Hauptstadt (C-713).

Folgt man dem Ringfinger als Wegweiser, kommt man nach Sóller (C-711).

Der kleine Finger deutet auf Valldemossa, wo er auf die C-710 lenkt, die der Nordwestküste von Andratx bis Pollença folgt.

Neben diesen rund 1250 Kilometer sehr gut ausgebauten asphaltierten Hauptstraßen sind auch die zum Teil schmalen Querverbindungen mit einer Teerdecke versehen und im allgemeinen gut befahrbar. Es gibt nur wenige so genannte "weiße Straßen". Kein Ort der Insel ist weiter als vierzig Kilometer vom Meer entfernt.

Bus
Mallorca verfügt über ein dichtes Busnetz. Rund 65 Buslinien, die von verschiedenen Unternehmen betrieben werden, verbinden Palma mit fast allen Orten der Insel. Der Hauptknotenpunkt ist der Plaça d'Espanya im Zentrum von Palma. Dort befindet sich auch das Oficina de Informatión turistica.

Eisenbahn
Der Hauptbahnhof ist ebenfalls am Plaça d'Espanya. Es gibt eine sehr reizvolle Zugverbindung von Palma nach Sóller. Der so genannte "Rote Blitz" verkehrt mehrmals täglich in beide Richtungen. Von Sóller nach Port Sóller, dem Hafen, weiter mit der historischen Straßenbahn.

Die Haupteisenbahnlinie Palma - Inca - Manacor fährt ebenfalls im Stundentakt in das Gebiet des Llevant.

siehe: Eisenbahn - Historie bis Gegenwart

Mietwagen
Autovermietungen findet man fast an jedem Ferienort. Es gibt etwa 55 Verleihfirmen mit rund 35.000 Leihwagen. Voraussetzung für die Anmietung ist: Alter 23 Jahre und/oder seit 2 Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.

Radwege
Zwischenzeitlich wurde das Radwegenetz erheblich ausgebaut. Ciclismo ist eine mallorquinische Leidenschaft. Für Radler eignen sich besonders die wenig befahrenen Straßen und Wege des Llevant in der Umgebung von Cala Millor, im Gemeindegebiet von Son Servera gelegen.

Schiff
Eine direkte Schiffs- oder Fährverbindung vom Llevant zum Festland von Spanien gibt es nicht. Ausflugsboote von den wichtigsten Häfen im Llevant, zum Beispiel Portocristo, Cala Bona oder Cala Millor, verkehren regelmäßig in den Sommermonaten.

Strände und Badebuchten
Folgende Strand und Badebereiche liegen im Landschaftgebiet des Llevant (Wassertemperaturen siehe: Klimadaten Mallorca).


Strände und Buchten im Gemeindegebiet von Artà


Sa Canova
S'Estanoyl
Arenalet des Verge
Sa Font Salada
Cala Matzoc
Cala Estreta
Cala Mitjana
Cala Torta


 

Strände und Buchten Gemeindegebiet Capdepera

Cala de Sa Mesquida
Cala Agulla
Son Moll
Sa Font de Sa Cala
Canyamel


Strände und Buchten Gemeindegebiet Manacor


Cala Morlanda
Porto Cristo
Cala Murta
Cala Anguila
Cala Mandia
Cala Estany
Cala Sequer
Cala Magner
Cala Pilota
Cala Bota
Cala Antena
Cala Domigos


Strände und Buchten Gemeindegebiet Son Servera

 


Es Ribell
Port Vell
Port Roig (S'Entany)
Cala Bona

Playa Cala Millor / Arenal de Son Servera


Arenal de Son Servera


Strände und Buchten Gemeindegebiet San Lorenzo


Sa Coma
Cala Moreia (S'Illotl)
Playa Cala Millor


Sport
Im Gebiet des Llevant bieten sich neben den landschaftlichen Gegebenheiten, Meer, Strände, Gebirge und Ebenen zu den verschiedenen Jahreszeiten vielfältige sportliche Aktivitäten an.

Golf
Dieses Rasenspiel kommt seit Jahren immer mehr in Mode. Zu den auf Mallorca neun existierenden Golfanlagen gehören im Llevant:

* Canyamel Golf Club bei Capdepera, 18 Loch
* Son Servera Golfclub, Costa de los Pinos, 18 Loch

Reiten
Manacor, Cala Millor, Cala Bona, Artà und Capdepera


Tauchen
Eine Tauchschule befindet sich im Hafen von Cala Bona.


Schießen
Auf dem Gemeindegebiet von Manacor in Son Carrio befindet sich eine Wurftauben-(Tontauben-)schießanlage Clup de Tiro San Marina, ausgestattet mit zwei Trap-, zwei Skeet- und diversen Compak-Ständen, die den Anforderungen für nationale und internationale Wettbewerbe entsprechen. Öffnungszeiten: in den Sommermonate täglich außer montags.


Segeln
Costa de los Pinos, Portocristo, Cala Bona


Tennis
Sandplätze beim EURO-Hotel, Costa de los Pinos, Son Servera
Hartplätze hat fast jedes größere Hotel in der Region Llevant


Wandern
* siehe Artikel Wandern auf Mallorca


Wasserski
Strand von Cala Millor, auch Jet-Ski-Verleih.


Agrarwirtschaft

Backwaren
Ensaïmades, die Hefeschnecke mit Prädikat, ist ein Produkt mit geschützter geografischer Angabe, das als "das leichteste, luftigste und köstlichste Feingebäck der Balearen-Insel Mallorca" bezeichnete wird. Aufgrund ihrer einzigartigen Schneckenform unterscheidet sich die Ensaimada bereits optisch von allen anderen Gebäckarten. Es dürfen nur Rohstoffe, die auf Mallorca angebaut wurden, verwendet werden. Im Gebiet des Llevant befinden sich neun der zertifizierten Hersteller. Jedes Jahr werden die Qualitätszertifikate geprüft und neu vergeben.


Fleisch und Wurstwaren
Die Sobrassada ist eine Wurstspezialität, ebenfalls mit geschützter geografischer Angabe, ein Produkt der Balearen-Insel Mallorca, das aus rohem, sorgfältig ausgewählten und an der Luft getrockneten Schweinehackfleisch hergestellt wird, welches von der Insel stammen muss. Auch hierbei gelten die gleichen Qualitätsvorgaben wie bei den Backwaren. Acht der Hersteller befinden sich im Landschaftsgebiet des Llevant.


Getränkeherstellung
Im Llevant befindet einer der größten Likörhersteller der Insel Mallorca, die Firma Moya in Artà, an der Straße nach Can Picafort. Die bekanntesten Liköre, die Moya herstellt sind:

* Palo
* Hierbas


Gemüse, Obst, Früchte
Der Meerfenchel. Was auf den ersten Blick wie unscheinbares Gras aussieht und in Mallorqui Fonoll mari genannt wird, ist noch immer eine aromatische Beilage zur mallorquinischen Küche. Der Strandfenchel wächst an der Küste des Llevant, gemischt mit anderen Heilpflanzen, Gräsern, wilden Olivensträuchern und dem einheimischen Macchia auf.

Crithum maritimum (Meerfenchel), das gelb blühende Gewächs aus der Gattung der Doldenblütler ähnelt wildem Fenchel, daher kommt auch der Name Meerfenchel. Das Kraut hat lederartige, ein- bis zweifach gefiederte, blaugrüne, fleischige Blätter, die bis zu sieben Zentimeter lang werden können und im Sommer erntereif sind. Frauen gehen mit Körben an den felsigen Stränden entlang und zupfen dieses Kraut ab. Anschließend werde die Blätter durch Einlegen für viele Monate haltbar gemacht, damit sie auf den Schiffen im Proviant der Seeleute mitgeführt werden können. Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts und der vorbeugenden Wirkung gegen Skorbut war und ist sie noch heute ein Bestandteil jeden Seesackes und bereist die Weiten der Weltmeere.

Siehe auch: Pa amb oli


Fisch


Weinbau
Die Insel Mallorca ist ein Gebiet mit der längsten Weinbautradition, da hier seit den Zeiten der Besetzung durch die Römer Weinberge kultiviert werden.

Nach der Anerkennung dieses Gebiets 1993 als Weinbaugebiet wurde die Geschäftstätigkeit auf diesem Sektor in der gesamten Gegend beträchtlich ausgebaut (Anpflanzung neuer Rebstöcke, Einführung neuer Rebsorten, Verbesserung der Anbautechniken, etc.) und gleichzeitig stieg auch die Anzahl der Weinkellereien. Bei den bereits bestehenden Betrieben wurden zudem bedeutende Investitionen in neue Technologien vorgenommen, was zu einer Produktionssteigerung und insbesondere einer Verbesserung der Qualität der hier erzeugten Weine führte.

Weinanbaugebiet
Das Anbaugebiet umfasst die Landstriche in den Gemeinden Artà, Capdepera und Sant Llorenç. Im Gebiet von Son Servera wird kein Weinbau betrieben. Die Anbaugebiete haben Ursprungsschutz, dies wurde vom Ministerium für Agrarwirtschaft und Fischerei am 20. März 2001 ratifiziert.


Sorten
Es gibt rote, Rosé-, Weiß- und Schaumweine sowie Perlweine und Likörweine mit Ursprungsbezeichnungen von anerkannter Qualität. Die Rotweine werden aus folgenden roten Traubensorten gewonnen: Callet, Fogoneu, Tempranillo, Manto Negro, Monastrell, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Weißweine werden aus den Sorten Chardonnay, Moll, Macabeo, Parellada und Moscatel erzeugt.


Bodenbeschaffenheit

Der Grund besteht aus kalkhaltigem Gestein (Mergel und Dolomit), wodurch sich ein kalk- und tonhaltiger Boden mit einem leicht alkalischen pH-Wert gebildet hat und die Erde Tönungen aufweist, die von der Rotskala bis fast ins Weiße reichen.

Diese Eigenschaften des Bodens führen zu einer guten Drainage, was auch wegen der nur geringfügig vorhandenen, organischen Materie zu einer schnellen Durchwurzelung des Bodens führt, wodurch der Weinbau unter sehr guten Bedingungen durchgeführt werden kann.

In den Bestimmungen zur Ursprungsbezeichnung Llevant wurden die folgenden Rebsorten festgeschrieben, mit denen die Weine mit Ursprungsbezeichnung hergestellt werden dürfen:

Rotweine:
Manto Negro, Callet, Fogoneu, Tempranillo, Monastrell, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah
Weißweine: Prensal Blanco, Parellada, Macabeo, Moscatel und Chardonnay


Für den Weinbau wird die traditionelle Anbaupraxis verwendet, was insgesamt dazu führt, dass Trauben von größerer Qualität erzielt werden. Die Pflanzdichte wurde auf 2500 bis 5000 Weinstöcke je Hektar beschränkt.

Die Ausbildung und Führung der Weinstöcke erfolgt nach dem so genannten "Vasosystem" beziehungsweise am Spalier.

Merkmale der Weine
Hier sind besonders die Weißweine der Rebsorte Chardonnay mit ihren sehr ausgeprägten Aromen nach tropischen Früchten zu erwähnen, die auch einen milchig-vanilleartigen Geschmack annehmen können, wenn sie in Holzfässern vergoren wurden. Die trockenen Muskatellerweine bieten uns eine Reihe blumiger Aromen, während die frischen, jungen Weine aus den Sorten Prensal Blanco, Macabeo und Parellada eher an säuerliche Früchte erinnern. Werden die Weine untereinander verschnitten, ergeben sich komplexe, aromatische Verbindungen, die den Gaumen angenehm erfrischen.

Bei den Rotweinen werden aufgrund der verschiedenen Rebsorten, die hier verwendet werden, sehr interessante Geschmacksvariationen erzielt, die sich durch ihre intensive Farbe und vielschichtigen Fruchtaromen auszeichnen. Das enthaltene Tannin ist sanft am Gaumen und von ausgewogener Säure und vermittelt insgesamt einen Eindruck von Frische.


Benotung der Jahrgänge
Produktionsdaten 2003: 9 Weingüter, 9.983 Hektoliter Weinproduktion

Jahrgang 1998 Ausgezeichnet
Jahrgang 1999 Sehr gut
Jahrgang 2000 Ausgezeichnet
Jahrgang 2001 Sehr gut
Jahrgang 2002 Gut
Jahrgang 2003 (Benotung noch offen)

Ökologische Landwirtschaft

Industrie und Handwerk
Handwerk und Industrie erwirtschaften rund 24 Prozent des malloquinischen Bruttosozialproduktes. Großindustrie gibt es im Llevant mit Ausnahme der Kieswerke, der Perlenproduktion und Betonsteinfabrik Manacor und Son Servera nicht. Die meisten Produktionsstätten gehören zur Kleinindustrie oder sind Handwerksbetriebe, die sich in der Regel an einem Ort konzentrieren.


Korbflechter
Die Korbflechterei ist eines der ursprünglichsten Kunsthandwerke, älter noch als die Töpferei. So hat man in archäologischen Fundstätten Reste von geflochtenen und gewobenen Pflanzenfasern gefunden. Bis heute hat sich diese Tradition in der Region Llevant bei Artà gehalten.

Siehe auch: Körbe aus Mallorca


Möbel
Möbelherstellung im Schatten de Minaretts. Im Gebiet des Llevant ist Manacor die bedeutendste Stadt in Sachen Möbelfabrikation. Nirgendwo anders auf der Insel gibt es neben der Herstellung auch so viele Möbelgeschäfte wie in diesem Teil, mit einem Angebot von neuen Designer- und Massenmöbeln bis hin zu handgefertigten Einzelstücken. Neben den einheimischen Produkten sind inzwischen auch einige ausländische Möbelhersteller durch Verkaufsfilialen vertreten.


Perlen
Kunstperlen-Majòricas, 1902 wurde die Fabrik in Manacor von dem deutschen Unternehmer Friedrich Hugo Heusch errichtet. Aus einem Perlmutt-ähnlichen Brei werden dort die bekannten Kunstperlen aus Mallorca produziert. Majòricas beschäftigt rund tausend Mitarbeiter. Seit dem Jahre 2003 sind Übernahmeverhandlungen eines ausländischen Investors im Gange. Man befürchtet die Schließung der Produktionsstätten und Verlagerung nach China.


Gastronomie
Rund 600 köstliche Rezepte stehen für die erstaunliche Vielfalt der mallorquinischen Küche. Sie alle basieren auf den diversen Rohstoffen, die auf den Feldern geerntet oder im Meer gefischt werden.

Beim nativen Olivenöl, dem Aceite de oliva virgen, bürgt die geschützte Herkunftsbezeichnung Oli de Mallorca für die Qualität. Eine weitere unabdingbare Grundzutat ist das Schweinefleisch, vor allem die Herstellung der berümhmten Sobrassada.

Siehe auch: Mallorcas Küche


Tourismus
Amtssprachen sind Katalanisch und Kastilisch. In Deutsch werden diese beiden Sprachen meist als Spanisch zusammengefasst bezeichnet. Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt. Seit 1983 ist Mallorquí gleichberechtigte Amtssprache. In den touristischen Zentren der Insel wird zunehmend Deutsch und Englisch gesprochen.

Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus hat sich das Gebiet um Artà, Cala Millor, Sa Coma und S'Illot entwickelaut Haupteinkommensquelle des Llevant ist mit 75 Prozent der Dienstleistungsbereich Tourismus, gefolgt von der Bauindustrie mit rund 8 Prozent. Die landwirtschaftliche Nutzflächen, tragen aber nur 3,5 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei und stellen rund 11 Prozent der Arbeitsplätze.

Fomento del Turismo de Mallorca (Tourismusförderung auf Mallorca) wurde 1905 als älteste Institution dieser Art in ganz Spanien gegründet, mit dem Ziel, Touristen zu helfen und die spätere Haupteinnahmequelle der Insel zu fördern.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa machte den Weg frei für das Phänomen Tourismus auf der ganzen Welt und vor allem auf Mallorca. Etwa in dieser Zeit war die Öffentlichkeitsarbeit des Formento sehr wichtig, aus der die Werbekampagne "Hochzeitsreise nach Mallorca" hervorstach. In den 1960er und 1970er Jahren wurde sehr viel audiovisuelle Darstellung durch Werbefilme, Verbreitung des Miró-Gemäldes Sol de Mallorca und die Organisation des internationalen Festivals "Musical Mallorca" betrieben.

In der letzten Zeit hat das Tourismusbüro ehrgeizige Projekte durchgeführt, etwa das Programm "Un inverno en Mallorca" (Ein Winter auf Mallorca) und die Restauration der alten Windmühlen im Llevant, gefolgt von zahlreichen Umweltschutz-Projekten. In Vorbereitung sind Aktivitäten zur anstehenden 100-Jahrfeier der Organisation im Jahre 2005.

Zeitungen
In den Urlaubsregionen gibt es regelmäßig alle großen deutschen und europäischen Zeitungen, Magazine und Illustrierten. Seit rund 20 Jahren die deutsche Wochenzeitung "Mallorca Magazin" die in Palma entsteht. Des Weiteren erscheinen vier Tageszeitungen in kastilischer Sprache (Gesamtauflage etwa 150.000) sowie 50 Regionalblätter in Mallorquinisch, deren Einzelauflagen zwischen 50 und 5000 schwanken. Das älteste Regionalblatt "Sòller" existiert seit mehr als 100 Jahren. Das jüngste ist der "Diari Playa Port Vell" seit Juni 2004 als Hotelzeitung in deutscher Ausgabe und zeitweise im Internet (http://www.mallorcaweb.net/portvell/noticias.html) zu lesen.

Radio und TV-Stationen
Folgende Radiostationen können in der Zone Llevant mit terrestrischer Übertragung empfangen werden.

* Ultima Hora Radio 98.8 FM (Català, Español)
* 95,8 FM, Mallorca Das Inselradio (Deutsch)
* 101.0 FM, Radio Balear (Español)
* 105.5 FM Cope Baleares (Español)


Jede Gemeinde im Llevant verfügt über einen eigenen TV-Sender der zeitlich beschränkt Informationen seiner Gemeinde, Liveübertragungen und Werbung in terrestrischer Übertragung ausstrahlt. (Mallorqui)

TVE a Balears (Català, Español) Kanal 5 24 Stunden Überregional
Kabelfernsehen ist im Gebiet des Llevant noch nicht vorhanden.

Sehenswürdigkeiten

Die vorgeschichtliche Siedlung Hospitalet Vell an der Landstraße Manacor-Cales de Mallorca, (1800-1500 v. Chr.) eine Talaiotsiedlung. Besonders bemerkenswert ist der Talaiot, eine Art Turm mit quadratischem Grundriss, von dem die mittelländische Säule und die Bedachung aus großen Steinplatten sowie eine rechteckige Einfriedung erhalten sind. Die Talayot-Siedlung Ses Païsses in Artà

Die frühchristliche Kirche Son Peretó an der Landstraße Palma-Artà, gegen Ende des 5. Jahrhunderts gebaut. Sie besteht aus einer Taufkirche mit zwei Taufbecken und der Kapelle. Der Turm Torre dels Enagistes an der Landstraße Ctra. Manacor-Cales de Mallorca, Schutzbau und Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert (anschließend an die katalanische Eroberung 1229). Heute ist das Gebäude Sitz des Museums von Manacor mit einer Ausstellung der Archäologie und Völkerkunde Manacors. Die bemerkenswertesten Ausstellungsstücke sind das Grabmosaik der Balèria, eines der Mosaiken der frühchristlichen Kirche Son Peretó und die Miniaturmöbel. In der ersten Etage sind Graffiti vom 15. bis 18. Jahrhundert zu sehen.

Windmühle Molí en Polit an der Straße en Modest Codina in Manacor. Es handelt sich dabei um eine Windmühle aus dem 19. Jahrhundert. Perlenfabrik Majòrica (siehe auch Kunstperlen-Majòricas) Coves del Drac (Tropfsteinhöhlen) Porto Cristo. Der Martelsee, einer der größten unterirdischen Seen der Welt, wo täglich Konzerte klassischer Musik dargeboten werden.

Kirche Nostra Senyora dels Dolors am Platz Rector Rubí in Manacor. Die Pfarrkirche wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts im gotischen Historizismusstil gebaut. Sie steht an der gleichen Stelle, wo früher andere Kirchen waren. Die älteste wurde schon 1232 dokumentarisch belegt und war wahrscheinlich über einer arabischen Moschee errichtet worden (Fund einer arabische Grabinschrift, die sich heute im Museu Diocesà in Palma befindet). An dem neuen Gebäude sind sowohl Bauelemente als auch Kunstgegenstände, die von lokalen Künstlern stammen, erhalten.

Der Glockenturm ist unter dem Namen Torre Rubí bekannt, zur Erinnerung an den Baumeister der Kirche. Er ist an die Apsis angebaut, wo die vorherige Kirche das Hauptportal hatte. Es ist das höchste Gebäude der Stadt, ein neogotisches Werk des Architekten G. Bennassar Moner. Torre de Canyamel an der Straße von Capdepera nach Son Servera. (Im Gebäude neben dem Torre befindet sich ein Restaurant, in dem ausschließlich lechona (deutsch: Spanferkel) am Spieß serviert werden.) Wallfahrtskirche Sant Salvador (1832), umgeben von den dominanten Festungsmauern, auf dem Gipfel der Stadt Artà im Zentrum gelegen.

Quellen + Literatur + Weblinks:

Literatur
Autor: Pedro Servera Bienvenido a Mallorca. REVISTA DE DISTRIBUCIÓN GRATUITA, Ort: Palma, Jahr: Verano 2004, Auflage: 250.000


 

     

 

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